Wie einige weitere nordamerikansiche Zehnfusskrebse (z.B. Procambarus clarkii, P. alleni, Cambarellus uvm) können auch Marmorkrebse als Träger der Krebspest selbst unbeschadet diese Krankheit an bisher gesunde Flusskrebse - ohne eigene natürliche Immunabwehrmechanismen gegenüber dieser Krankheit - übertragen. Für Krebsarten ohne Immunschutz endet eine Infektion mit der Krebspest unweigerlich im Tod.
Wie wird die Krebspest übertragen?
Die Krebspest ist ein Eipilz, der in Krebse eindringen kann, sich in deren inneren Organen ausbreitet und so zum Tod des kranken Tieres führt.
Kranke bzw. von der Krebspest befallene Tiere geben wiederum selbst die Krebspestsporen unweigerlich an das Wasser weiter. Die Sporen breiten sich auf diesem Weg aus und befallen weitere Flusskrebse. Krebspestsporen suchen aktiv (durch Duftstoffe geleitet) nach neuen Wirtstieren. Sporen haben eine Lebensdauer von bis zu 16 Tagen, was die Gefahr und die Möglichkeit zur Ausbreitung und dem Befall von weiteren Wirtstieren besonders erhöht.
Es reicht alleine schon, daß sich ein mit der Krebspest infizierter Krebs in einem Aquarium aufhält um so das Aquariumwasser mit den gefährlichen Sporen zu belasten. Die Sporenbelastung ist während der Häutung am größten.
Weitere Übertragungswege
Neben der Übertragung der Krebspest durch das Umsetzen bzw. das Einsetzen eines infizierten Flusskrebses in ein bisher nicht belastestes Biotop (d.h. Aquarium, Gartenteich oder noch schlimmer in die freie Wildbahn) gibt es weitere Übertragungswege:
Mit Sporen in Berührung gekommene Käscher, nasse Hände, Wasserpflanzen oder sonstige Einrichtungsgegenstände (etwa Krebshöhlen, Wurzeln o.ä.) sind definitive Überträger dieser tötlichen Krankheit. Auf gar keinen Fall darf etwa belastetes Aquariumwasser in Oberflächengewässer gelangen. Bei einem Wasserwechsel sollte das mit Sporen belastete Altwasser über die Kanalisation entsorgt und keines Falls in ein Bach oder sonstige freie Gewässer abgelassen werden.
Vermehrung der Marmorkrese - eine weitere Gefahrenursache
Marmorkrebse vermehren sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese), was die Gefahr von sich problemlos und massenhaft vermehrenden Marmorkrebsen extrem verstärkt.
Es bedarf keiner Paarung damit sich diese Krebsart fortpflanzen kann. Ein einzelner Marmorkrebs kann ab einem Lebensalter von etwa 6 Monaten in einem Abstand von 2 bis 4 Monaten im Schnitt zwischen 100 bis 400 Jungtiere zur Welt bringen.
Die Nachzucht gelingt auch dem ungeübten Aquarianer und da das Angebot an diesen Krebsen die Nachfrage bei weitem übersteigt, wissen viele "Züchter" nicht mehr wohin mit den Tieren. Unwissentlich entlassen überforderte Halter die Nachzuchten dieser Tiere in die Freiheit und bedrohen damit die heimische Flusskrebspopulation.
Eine Gefahr geht auch von nicht mit der Krebspest erkrankten Tieren aus, denn Marmorkrebse sind Futterkonkurrenten für einheimische Flusskrebse und können diese durch die eigene "explosionsartige" Vermehrung sich weniger stark fortpflanzende Krebsarten verdrängen.
Da Marmorkrebse auch die hiesigen kalten Winter überleben können, übernehmen diese Tiere über die Zeit hinweg die Biotope einheimischer Flusskrebsarten.
Die Gefahr für einheimische Flusskrebsarten
Einheimische Flusskrebsarten haben keinen natürlichen Schutz gegen diese aus Nordamerika "importiere" Krankheit. Es gibt bisher keine Medikamente um infizierte Tiere zu heilen - für diese bedeutet eine Ansteckung den sicheren Tod.
Verantwortung in der Aquaristik
Bisher gibt es kein Handels- oder Zuchtverbot für Marmorkrebse in Deutschland.
Damit ist es verantwortungsvollen Aquarianern möglich, sich der Zucht, Pflege und Haltung dieser Tiere zu widmen.
Es liegt in der Verantwortung eines jeden Aquarianers, dass die Gefahr des Aussterbens verringert wird, die für einheimische Krebspopulationen aufgrund der Krebspest konkret besteht.
Es werden immer wieder Versuche unternommen, die einheimischen Krebsarten zu rekultivieren und wieder verstärkt in heimischen Gewässern anzusiedeln.
Diese Anstrengungen dürfen auf gar keinen Fall gefährdet bzw. zunichte gemacht werden.
Deshalb schließen wir uns dem Appell einer besorgten Gruppe verantwortungsvoller Menschen an, die viel unternehmen, damit die Krebspest und insbesondere die Verbreitung von krebspestübertragenden Marmorkrebsen gebremst wird.
Als Betreiber von meine-Fischboerse.de sehen wir es als unsere Aufgabe an, hierauf hinzuweisen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden wir noch kein Verbot für den Handel von Marmorkrebsen über unsere Plattform aussprechen. Wir möchten jedoch aktiv auf die Gefahren die von der Krebspest ausgeht hinweisen.
Wir gehen davon aus, daß es sich bei unseren Mitgliedern um dem Naturschutz, dem Tierschutz und der Erhaltung von einheimischen Tierarten verbundenen Menschen handelt.
Deshalb unsere Bitte an dieser Stelle: Verzichten Sie auf die Zucht von Marmorkrebsen und helfen Sie aktiv mit, daß sich diese Krebsart nicht in unsere einheimischen Gewässer "verirrt". Vielen Dank!
Die Informationen zu diesem Artikel wurden uns freundlicherweise von einer sich aktiv gegen die Ausbreitung der Krebspest engagierten Aquarianerin zur Verfügung gestellt.
Hierfür möchten wir uns recht herzlich bei unserem Mitglied ferrika bedanken! |
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